Im Oktober, noch bevor wir uns überhaupt für ein Wochenende beschnuppern konnten, entstand die Idee, gemeinsam Urlaub zu machen. Erstmal sollte es ein Wochenende bei ihr, dann eines bei ihr, dann ein verlängertes Wochenende an einem noch zu planendem Ort werden. Orte, die da ins Spiel kamen, waren z.b. Hamburg, Kiel, Kulturinsel Einsiedel, Kopenhagen, Stockholm.

Langfristig angedacht wurde ein 1-2 wöchiger Urlaub in Schweden und Dänemark, ausgesponnen eine Weltreise!

Exkurs

Weltreise mit 2 Rollis ? Das soll gehen? Erstmal ein bisschen im Netz gesucht, mehrere Rolliisten gefunden, die mit nichtbehinderten Begleitern / Betreuern / Pflegern unterwegs waren. Logistisch las es sich alles recht einfach, klar war aber auch, es waren zumeist Reiseziele in Metropolen oder geführte Reisen. Das war so gar nicht unser Ding! Ab in die Pampa und ohne Begleitung!

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Völlig naiv, stimmt, organisatorisch kann das eigentlich nicht klappen und genau da war das hüpfende Komma! Scheiß drauf, wir wollen das, also machen wir das, los geht die Planung.

Diese umfasste anfangs tatsächlich 91 Reiseziele! Klar ist bis heute, die Weltreise wird ein Jahr dauern, wohin es geht, ist auch recht genau festgelegt. Allerdings sind es jetzt nur noch 43 Ziele … Und falls das Geld knapp wird, bleiben wir auf einer Trauminsel … Geld, auch so ein Thema … Woher nehmen, wenn nicht stehlen. Dafür gibt es auch diverse Ideen, u.a. könnte dieser Blog in die Richtung der Sponsorenfindung gehen. Crowdfunding wäre auch eine Idee als Anschubfinanzierung und zuletzt kam noch das Stichwort Projektfinanzierung.

Denn: So naiv sicherlich der Ansatz zu aller Idee ist, nur wer spinnt, findet Lösungen, die nicht 0815 sind.

Also, Themenfindung (der geneigte Leser darf gerne in den Kommentaren seinen Senf dazugeben): Wie im ersten Post erwähnt, sind wir beide Rolliisten. Das Ziel ist eine echte Herausforderung, in der Form vielleicht noch nie da gewesen … Vielen Menschen mit Handicap (strenggenommen hat jeder eines) könnte es im Nachgang ein Auslöser sein, selbst auch mal Dinge zu verwirklichen, statt immer im stillen Kämmerlein sein Trübsal zu blasen. Demnach könnten wir, und das ist uns bewusst, einen Vorbildcharakter darstellen.

 

 

 

Andererseits ist die Idee, sich sozialen Projekten, wo auch immer, zu widmen, im Hinterkopf. Zusätzlich ist der Besuch einiger Missionen der Brüdergemeine (was dahinter steckt, wird noch ein eigener Beitrag zu geeigneter Zeit werden) weltweit geplant, u.a. in Suriname und Tansania.

Nun noch zum bisherigen Stand: Budgetplanung – Check, Reiseroute – Check, Impfplan – Check, Pflegemittelbeschaffungsplanung – not Check

Exkursende

Aber wieder zum aktuellen: Als Neele die Idee Kulturinsel Einsiedel äußerte, hatte ich sofort Feuer gefangen und dies nicht nur wegen ihrer Merida-roten Haare (Disneyfreunde wissen Bescheid) 😉 Wir fanden schnell heraus, dass nirgends auf der Homepage genaue Angaben zur Handicapfreundlichkeit zu finden sind und die Idee verschwand offiziell.

Was sie jedoch lange nicht wusste, ich hatte am selben Abend noch eine E-Mail an die Inhaber geschrieben und um genauere Infos gebeten, diese waren sehr erfreulich. Neele erfuhr bis zum 8.12.2016 (Post sei dank 1 Tag nach ihrem Geburtstag) nichts davon. Dann aber hielt sie einen Gutschein über ein gemeinsames Wochenende auf der Kulturinsel Einsiedel (übrigens unweit Görlitz direkt an der Neiße, also polnische Grenze, gelegen) in Händen.

Kurze Rede, langer Sinn, am 10.4. bis zum 13.4. geht es auf die erste gemeinsame Urlaubsreise und wir sind beide 0 aufgeregt ;))))

Ich erwähnte bereits, ich bin etwas hilfe/pflege-bedürftiger als Neele, was es für mich in gewisser Weise schwieriger macht, allein auf Reisen zu gehen. Bis zu 3 Tagen allein klappt, nun also 4 Tage. Der geneigte Leser mag sagen: 1 Tag mehr ist doch nix großes, aber Kleinvieh macht viel Mist (Kenner meines Handicaps wissen um die Mehrdeutigkeit 😉 ) Von daher hab ich vor gut 2 Wochen ein Selbstlernprogramm begonnen, darunter fällt unter anderem eben auch einiges was ich 44 1/4 Jahre nie angepackt habe, welches sich erstaunlich gut auf Anhieb anlässt und der Reise beileibe nicht mehr im Wege steht, zumindest im Regelfall.

Erstaunlich, wie ein Plan, genauer genommen ein Mensch, etwas ins Rollen bringt, woran man kurz zuvor nicht mal im Traum dachte ❤ Im Geiste ist gepackt und die Reise ist im Gange.

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Zum Reiseziel: Die Kulturinsel Einsiedel ist eigentlich ein Abenteuerfreizeitpark in den Neißeauen bei Görlitz und wurde 1992 gegründet, im Frühjahr 2005 wurden die ersten fünf Häuser des „BH-Hotels“ (BH steht für BaumHaus, keine Panik, Ladies!) für jeweils bis zu vier Personen eingeweiht, drei Luxusbaumhäuser für bis zu sechs Personen folgten im Juli 2008. Ein weiteres Baumhaus für bis zu vier Personen kann seit 2012 gebucht werden. Die Zeitschrift Geo Saison wählte das Baumhaushotel im Februar 2009 zu den 100 schönsten Hotels Europas.

Inzwischen sind jedoch auch auf dem Boden des Geländes Hütten/Zelte/Alkoven (nicht eindeutig zu beschreiben) aufgestellt und mit 2 Rollis geht es in einen 4 Mann Alkoven, da der 2er etwas eng werden könnte.

Die Alkoven sind unbeheizt, behindertengerechte/rolligerechte Toiletten sind unweit entfernt (laut Besitzer).

No Risk no fun!

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