Am 9.4.2017 war es soweit. Ich fuhr mit dem Zug zu Neele. Geplant war: Vergleichen des Gepäcks, ausmisten und reduzieren, umverteilen, nachfolglich mit ihren Eltern Abendessen und den Tag darauf planen und im Großen und Ganzen lief es auch so (Pflegetechnisch hatte ich dort eine Generalprobe, dies werde ich später am Rande erklären).

Tags zuvor hatten wir schon Dinge geregelt, die dann, obwohl wir auf eine Betonung dieses Handicap – Fakts keinen Schwerpunkt legen (und doch an einigen Stellen durchschimmert), doch recht wesentlich für das Gepäckgewicht waren : „Lass die Windeln weg, du kriegst die von mir, die passen dir auch“ (S und M ;D).

10. 4. 2017:
Abfahrt Verden, ihre Mutter kam mit, da sie bis Donnerstag ihre große Schwester in Cottbus im Krankenhaus besuchte. Der Gag war, wir stiegen ein und als erstes entdeckte ich eine Mitfahrerin im E-Rolli, die ich seit 1993 nicht mehr gesehen hatte und die mit mir Abi gemacht hatte: Conny. 
Hieraus entwickelte sich ein lockeres 4er Gespräch, an dessen Ende Conny um einen Reisebericht per SMS bat (Nachtrag: checked!)

Der Umstieg in Hannover lief reibungslos, der Zugbegleiter wusste sogar, dass sich Behinderte gegenseitig begleiten dürfen ( laut DB-Statuten). In Leipzig verließ uns Neeles Mutter, das eigentliche Abenteuer „Urlaub zu 2“ konnte richtig beginnen!
In Dresden-Neustadt unterschritten wir die Mindestumstiegsdauer des Mobilitätsservices, angestachelt es wirklich zu schaffen, wurden wir vom Servicepersonal, das uns zum Zug nach Görlitz, der völlig überhitzt war, begleitet. 

Bahnhof_Dresden-Neustadt_2000-08-31_ICE

In Görlitz brachte uns das Servicepersonal bis zum ZOB (wozu sie eigentlich nicht befugt sind). Dadurch klappte auch der letzte Umstieg und die Busfahrt zur Kulturinsel endete in vollster Zufriedenheit.

Da waren wir nun am Eingangsportal. Geradeaus eine Treppe, links ein sperriger Schotterweg, der aber nur die Ouvertüre zu hochinteressanten Oberflächen war (später mehr dazu) … Also den mit Gepäck entlang und am Ende des Lattenzauns rechts um die Ecke …

… Wo es auf Schotter und Wurzeln noch 2 mal steil hinunterging! In der Anmeldung angekommen, war man überrascht, da man mit uns nicht so früh gerechnet hatte. Eine der polnischen Mitarbeiterinnen geleitete uns über das sehr hügelige Gelände, anfangs über Lehmsandboden, dann, als wir im Übernachtungsbereich des Erlebnisparks waren, erst über Waldboden und hernach über einen höhergelegten Bohlenweg, der kaum breiter als die Rollstühle war und neben horizontalem Gefälle punktuell auch vertikale Neigung hatte. Anspruchsvoll, aber für Geübte gut zu schaffen, wenn auch nicht risikofrei!

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Der Übernachtungsbereich bestand aus mehreren Baumhäusern und Hütten, die ein wenig an die „Herr der Ringe“-Filme erinnerten. In den 5 – eckigen Hütten waren je 4 Alkoven-Zelte eingehängt, 3 als 2 er Zelt, 1 als 4 er Zelt. Der gemeinsame Innenraum war mit Kopfsteinboden belegt.

Der ursprünglich geplante 4er Alkoven entpuppte sich aber als ungeeignet, Grund: eine recht hohe Eingangsstufe, die Fußgänger gar nicht als Hindernis wahrnehmen. Spontan und unbürokratisch wurde also umgeplant und wenige Momente später hatten wir die passende Unterkunft erhalten.

Es wurde also ein 4er Alkoven. Rechts und links 2 Einzelbetten, in der Mitte ein Doppelbett (welches Neele wegen ihrer expressiven Nachtbewegungsaktivitäten allein belegte). Neben 2 dicken Kissen, die wir zu einem Tischchen stapelten, gab es noch eine Lampe. Die Leuchtkraft war der Hammer, eine Kerze in einem stockdunklen Raum ist heller 😉 Die Sanitäranlage war natürlich nicht im Zelt, dafür mussten wir bzw. hätten wir woanders hin gemusst (Aspekt, der noch gesondert behandelt wird), nämlich gegenüber vom Restaurant (für Frühstücksbuffet und Abendessen).

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Zu diesem ging es dann auch und das Essen verdiente man sich allein schon mit der Zuwegung Bohlen, Sand-Lehm, Metallplatte und ansteigendes unebenes Kopfsteinpflaster. Diese Mühen war die Speisekarte allerdings auch mehr als wert. Qualitativ hochwertig, quantitativ passend, preislich sehr lukrativ. Am ersten Abend gab es Pirogi in Sahnesoße, Kastaniensuppe mit Champignons, Apfelmangosaft und Cola.

Nach fürstlichem Mahl und ersten Gesprächen mit Personal und weiteren Gästen, die es da noch ungewöhnlich fanden, was wir mit den 2 Rollis an Reiselust an den Tag legten, ging es erst auf Abendtoilette und dann vom doch erlebnisreichen Tag ermattet in die Betten

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