Wie immer ging das Aufstehen sehr gemütlich vonstatten. Unseren ursprünglichen Plan einer Busfahrt nach Haparanda/Tornio (schwedisch/finnische Grenze) hatten wir verworfen, da Neele eine mehr als 2,5 stündige Fahrt etwas zu lang war und ich auch genug Ideen hatte, was man in der Innenstadt vor Ort machen könnte.

Nach Aufstehen und Frühstücken ging Neele erstmal duschen. Die Behindertentoilette hatte eine durchaus akzeptable Dusche, wo es gut klappen konnte. Allerdings hatten wir inzwischen festgestellt, dass dieser Raum auch von anderen genutzt wurde, das WC war verstopft gewesen. Aber dieses Problem war quasi über Nacht geregelt worden.

Irgendwann am späten Vormittag gingen wir erstmal wieder zur Touristeninfo im Kulturens Hus, wo sich Neele letztmalig überteuerte Karten und Briefmarken besorgte. Ich fragte noch nach 1 genauen Ortsangabe, da der Stadtplan zwar die örtlichen Highlights angab, allerdings nicht anzeigte.

Inzwischen kannten wir das Gebäude sehr gut, waren aber doch interessiert wie die Bibliothek von innen aussah … 3 Etagen, enorm mit Wissen und Unterhaltung (national und international) gefüllt! Zudem besichtigten wir die Kunsthal, die jedoch aktuell Gemälde zeigte, die uns zu modern und avantgardistisch waren: „Die Körperhaltung ist doch überhaupt nicht möglich.“ Das Theater guckten wir uns nicht an, Veranstaltungen dort wären nur auf schwedisch gewesen, was ich vielleicht, Neele aber gar nicht verstanden hätte.

Weiter ging es in die Innenstadt zum „Shopping“. Nein, damit ist nicht das Shopping gemeint, was ihr alle kennt. Das „Shopping“ ist äußerlich ein eher unscheinbares großes Gebäude, dass es aber in sich hat!
1956 wurde das Gebäude als das erste Indoor – Shopping Center weltweit errichtet. Auf die Idee kam man, da die Bevölkerung auch im eisigen Winter (Wir hatten ja Glück nur Temperaturen zwischen +1 und -9 zu erleben)  ohne zu frieren, einkaufen wollte.
Die Bezeichnung der Etagen als Decks im Eingangsbereich ist übrigens architektonisches Programm. Das gesamte Interieur und der Grundaufbau ist als Schiff konzipiert. So konnten wir auch unsere Mitttagessen auf dem „unteren Speisedeck“ einnehmen. Ein kleines Stück höher auf einer Empore (Holzvertäfelt wie überall) stand passenderweise das Steuerrad. Kleines Detail am Rande: Das Gebäude war von Anbeginn barrierefrei, alle Etagen ind über Treppen oder Rampen zu erreichen, erst später wurde ein rollitauglicher Aufzug eingebaut und aktuell baut man einen weiteren ein, der witzigerweise als „Notfallgerät“ beschrieben wird.

Gestärkt ging es nun durch die Fußgängerzone zum „Norrbottens Museum“, vorbei an enormen Schneebergen und wiederholt sehr gut festgetretenen Schneewegen.
Im Museum angekommen, wurden wir sehr überrascht, denn es ist ein „Museum for älla“, was letztlich gratis Eintritt bedeutet.

Die Besichtigung nahmen wir mit nachträglich gemischten Gefühlen auf. Zum einen hatten wir uns unter dem kulturhistorischen Museum etwas anderes vorgestellt, zum anderen war es für Neele sehr bedauerlich, dass alle Texte zu den Ausstellungsteilen und Ausstellungsstücken ausschließlich auf schwedisch dargeboten werden (Ganz im Gegensatz zu Gammelstad, wo alles in sehr gutem Deutsch übersetzt wurde).
So konnte sie der Ausstellung zum Thema „Junge Flüchtlinge 2. Weltkrieg bis heute“ nur eingeschränkt folgen, die mit Videoinstallationen des städtischen Gymnasiums, Exponaten vom Mittelmeer, Infotafeln, handschriftlichen Aufzeichnungen von 1942-45 an sich nicht uninteressant, aber eben für den Normaltouristen unverständlich blieben. Die kleine zusätzliche Kunstausstellung mussten wir wegen baldiger Schließung durchfliegen, ihre Aussage blieb aber auch mir ein Rätsel.
Auf meinen Wunsch sind wir dann noch zur Stadtkirche, die wir aber nur äußerlich besichtigen konnten, sie schloß bereits 16 Uhr.

Auf dem Rückweg zum Hostel kauften wir noch ein wenig ein, versuchte Neele an letzte Postkarten zu kommen (es gibt sie scheinbar nur noch in Sehenswürdigkeiten und in der Touristeninformation), was nicht gelang … Frustiert plünderten wir noch einen Süßwarenladen und geplättet ging es wieder in das Hostel, wo wir recht bald nacheinander ins jeweilige Bett fielen.

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