Wie angekündigt, bekommt das Hotel, dass wir in Volendam in der Nacht vor unserer Überfahrt Amsterdam – Newcastle bezogen, einen eigenen Blogeintrag. Warum werdet ihr lesen und sehen!Nachdem wir nun also quer durch Volendam, zufällig über die einzige Dammüberquerung ohne Stufen, gekommen waren, standen wir in der altstädtischen Fussgängerzone am Hafen. Das Hotel war schnell gefunden und von außen sah es schon recht alt, aber eher wie eine gutbürgerliche Gaststädte aus. Doch nach kleinem Holpern über die Eingangsschwelle tat sich ein Gebäude auf, dass je weiter man hinein kam, auch immer größer zu werden schien.sdrWas wir vorab rausgefunden hatten, war das Alter des Hotels und vor allem wieso es Art Hotel genannt wird. Das machte uns neugierig und euch möchten wir die Geschichte des Hotels auch gerne mitteilen.——————————————-
ART HOTEL SPAANDERDas Hotel Spander, das in unmittelbarer Nähe des Hafens von Volendam am Ijsselmeer liegt, wurde bereits 1881 von Leendert Spaander gegründet. Das Gebäude wurde 1854 erbaut und bis dahin als Cafe genutzt.
Herr Spaander sammelte Kunst und hatte bei Hotelgründung bereits die Idee beides zu kombinieren. Da das Licht in der Umgebung besonders war, kam er auf die Idee Maler einzuladen, für ihre Arbeit bei ihm einzukehren. Um ihnen optimale Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten zu bieten, erweiterte er das Gebäude zur Seeseite um kleine Wohnateliers. Seiner Einladung folgten bald viele Künstler, darunter Berühmtheiten wie Auguste Renoir.
Vor allem dank amerikanischer Maler, die sich von der Landschaft, dem Licht, aber auch von der örtlichen Kleidung faszinieren ließen, wuchs das Hotel immer mehr zu einer Art Kunstmuseum. Sie begannen ihren Aufenthalt mit ihren dort entstandenen Kunstwerken zu bezahlen. Ihrem Bezahlmodell folgten alsbald viele Künstler, sodass neben der Kunstsammlung Spaanders die Zahl der im Hotel hängenden Bilder immer weiter anstieg.Eine witzige Anekdote ist übrigens, dass 3 der 7 Töchter Spaanders Künstler, die in dem Hotel gewohnt haben, heirateten. Eine von ihnen, Alida Spaander, übernahm 1919 das Geschäft über das Hotel. Sie hatte gute Verbindungen zu zeitgenössischen Künstlern. Dies verhalf der Kunstsammlung in den folgenden Jahren zu einer exponentiellen Erweiterung. 1921 war einer der bekanntesten Gäste Kaiser Wilhelm II.
Auch wenn nach dem 2. Weltkrieg die Zahl der Privatgäste anstieg, kommen bis heute weiterhin Künstler in das Hotel, dass nach dem Tod Alida Spaanders von der ortsansässigen Familie Schilder gekauft wurde, die die inzwischen weltweit bekannte Konzeption des Hotels übernahm.
Weitere prominente Gäste waren u.a. Elizabeth Taylor und Muhammad Ali 1975/76.
Das Hotel bzw. das Gebäude ist seit 2016 unter Denkmalschutz und holländisches Kulturdenkmal. Art Hotel Spaander trägt aktuell 3 Sterne (Booking.com 4 Sterne).
Aktuell schätzen die Besitzer die Anzahl der Kunstwerke auf 1450-1500.————————————————————————————————————–Da waren wir nun und hatten die gesamte Geschichte noch gar nicht in Gänze erfahren. Von daher waren wir ziemlich überrascht, wie viele Bilder nun überall hingen. Im vorderen Restaurantbereich, der schon sehr verwinkelt war, war es noch nicht so auffällig, als es dann weiter durch Richtung Rezeption ging, wurde uns immer deutlicher, wo wir tatsächlich zufällig gelandet waren. Von da an, hatten wir eher das Gefühl in einem Museum mit Hoteleigenschaften zu sein. Durch diverse Anbauten ist das Gebäude immer weiter gewachsen und wir bekamen unser „wir bemühen uns es so rollstuhlgerecht es geht zu machen“ Zimmer im neuesten Anbauflügel, der mit Aufzug und im Keller mit Wellnessbereich (den wir nicht nutzten) ausgestattet ist.Unser Doppelzimmer war für uns eigentlich genau richtig, allerdings sind wir ja auch keine Rollstuhlfahrer, die immer und überall 10000% Barrierefreiheit fordern. Oft reicht rollstuhlgerecht halt aus. Einziges Manko war lediglich das recht kleine Bad mit einem hohen Duscheneinstieg. Da wir aber weder gemeinsam ins Bad, geschweige denn duschen, wollten, war das dann auch nicht so tragisch.
Dafür war der Rest des Zimmers geräumig und das Bett in Höhe und Größe passend. Das TV hatten wir nur kurz mal an, 2 deutsche und x niederländische bzw. englische Sender, aber für eine Übernachtung brauchten wir es eh nicht.Am Abend kümmerte ich mich um das Essen. Da das Restaurant selbst für Hotelbesucher bei 10 % Rabatt sehr teuer war, mussten wir uns selbst was suchen. Ich fragte an der Rezeption und die junge Dame hatte nach kurzer Rücksprache mit einer Kollegin einen Tip, der auch nicht weit weg war. Diesen nahmen wir allerdings gar nicht wahr, denn auf dem Weg fanden wir am Hafen eine kleine Frituur, die unseren Ansprüchen genügte. Es war sonnig aber kühl mit eisigem Wind. Wer aß draußen? Wir 😀
Auf dem Weg zurück in unser Zimmer guckten wir schon einige Bilder im Flur an, aber so richtig Museumsbesuch stand erst rund ums Frühstück an.Am Kopfende des Bettes war eine Reproduktion einer sehr alten Hausaufnahme angebracht, vermutlich um die Wende 19./20. Jahrhundert entstanden. Diese guckten wir uns beiläufig an, letztlich haben wir auf Laptop noch ein Video geguckt und uns bettfertig gemacht und dann ging es in das Reich der Träume, Neele Knoblauchumgeben, ich nicht.Am Morgen ging es dann in den Frühstücksraum („Durch den großen Raum, rechts ab den Flur lang, dann rechts, zickzack um die Ecke und dann die Rampe runter.“). Dieser war historisch, architektonisch und farblich und vom Mobiliar sehr stilvoll. Das Morgenbüffet war erlesen und lecker.
Danach sind wir noch durch 2 – 3 Gänge mit unzähligen Gemälden gegangen. Sehr interessant und auch für Laien größtenteils künstlerisch erkennbar wertvoll.Dann habe ich kurz bezahlt, wir noch die letzten Sachen gepackt und dann ging es, früher als erst geplant, Richtung Amsterdam und dann Ijmuiden. Von dem abenteuerlichsten, kürzesten und kompliziertesten Teil unserer Reise handelt der nächste Blogeintrag.Und da ihr so lange auf Hotelfotos gewartet habt, kommt es nun geballt.

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