Nachdem wir also die Einladung (mehr oder weniger) von Hollister bekamen, besprach ich auf der Rehacare in Düsseldorf mit der Mitarbeiterin Frau Voigt die Formalitäten. Wir sollten einen Großteil der Reise refinanziert bekommen, Hotelwahl etc. besprachen ich mit der Angestellten (auf höherer Ebene).

Ich startete also in Flensburg, in Hamburg war Umstieg in den ICE nach München angemeldet und reserviert. In Hannover sollte Neele zusteigen.

Dies klappte auch, aber wie… Der erste ICE fiel 10 Minuten vor Ankunft in Hamburg HBF komplett aus, der zweite hatte im gebuchten Wagen keine rollstuhlgerechte Toilette (in einem anderen Wagen, was Hannover erfahren hatte, aber doch) und der Service verschob trotz Info meine Abfahrt.

Alle guten Dinge sind 3, der dritte Zug klappte, Neele stieg hinzu, also bis München alles im Lot.

Mit 120 Minuten Verspätung zum gebuchten Plan landeten wir in München (die Hälfte des Preises hab ich zurück), mussten uns im verwirrenden U-Bahngeschoss zurechtfinden und landeten nach 1 Umstieg in einen Bus letztlich im ruhigen Industriegebiet, dem Hotelstandort.

Das 3 Sternehotel war recht gut verkehrstechnisch erreichbar, ansonsten meiner Meinung aber 1 Stern weniger wert. Das Personal war bis auf einen Herrn an der Rezeption und einen an der Bar sehr reserviert und kalt. Vor allem bei einer Dame frag ich mich immer noch wieviele Kinder roh sie zum Frühstück verspeist 😀 Das Frühstück war recht reichhaltig, aber wieso die Warmhalteflamme des Rühreis selbst auf Bitte nicht angezündet wurde und Getränke nicht nachgefüllt wurden, blieb ein Rätsel.

Beim Check in wurden wir noch einmal auf barrierefreies Zimmer aufmerksam gemacht, da aber auf einigen Wertungsseiten abgeraten wurde, nahmen wir ein großes normales. Das war insgesamt auch gut so, auch wenn das Badezimmer wegen des Grundrisses schwierig war und man zum Fenster eine Stufe gehen musste (Neeles Job).

Wir kamen Donnerstag an, Freitag war der Hollistertermin. Neele war mit dem Aufzug auf dem Weg zum Frühstück, als mein Telefon klingelte. Frau Voigt hatte sich über Nacht Magen-Darm eingefangen und sagte ab. Also war der Grund, dass wir uns nach Bayern begeben mussten, ad acta gelegt…

Beide nicht erfreut, machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg in die Innenstadt, testeten dabei das barrierefrei U Bahn Netz (Kurzgesagt: Was Bayern als 3 weitgehend barrierefrei bezeichnet, ist in Hamburg bestenfalls behindertengeeignet außer Rollstuhl). Die Innenstadt durchstriffen wir, irgendwann war Hunger, Pipi angesagt. Auch hier… Auweia. Bei Restaurants gab es überteuert, die überfüllt und nicht Rolligerecht. Behindertentoiletten soll es geben, aber wo? Keine Ahnung.

Vom U Bahnstress genervt, fuhren wir anders heim. Busse und Tram sind nämlich in Barrierefreiheit im 21. Jahrhundert angekommen 🙂 Auf dem Rückweg fanden wir zufällig eine Burgerbar mit Rolliklo und Neele war gerettet!

Abends planten wir den Folgetag in der Bar und nach einigem hin und her entschieden wir uns für den Tierpark Hellabrunn. Dieser war für uns übrigens kostenlos und zu 97 völlig rolligerecht.

Wir verbrachten bei grauem Wetter 3/4 des Tages vor Ort und es war sehr schön und als Rollifahrer tatsächlich alles gut zu schaffen und erreichbar.

Abends packten wir wieder, der Barkeeper brachte uns auf seinen Wunsch die Getränke, wir guckten noch TV und dann wurde geschlafen (3 Nächte, keiner wurde vom anderen rausgekickt).

Morgens nervte mein Handy, Neele sprintete ums Bett, machte den Alarm aus und hüpfte wieder ins Bett. Ehrlich: Ich frag mich bis heute, wie sie so schnell und dabei unfallfrei stabil sprinten konnte.

Die Rückfahrt bis Hannover war schließlich eine Zumutung. Wir hatten die 2 Rolliplätze gebucht, ab Würzburg kam 1 Junge mit Rollstuhl und ab Nürnberg ein älterer Herr mit Rollstuhl hinzu (Beide nur mit Fahrkarte). Zudem noch 3 Kinderwagen und das Ende vom Lied: Bis Hannover konnten weder Neele noch ich zur Rollstuhltoilette. Da wir beide Blasen/Darmlähmung haben, eine Tortur.

Letztlich sind wir beide aber zuhause gut angekommen.

P. S. Wegen der Rückfahrt hab ich Kontakt aufgenommen, die entschuldigte sich für die beengte Situation und schickte einen 30 Euro Gutschein, den man als Rollifahrer kaum nutzen kann. Zur Toilettensituation und der gesundheitlichen Gefahr schwiegen sie (auch auf erneute Nachfrage)

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