Mit Verwunderung stellte ich vorhin fest, dass wir uns im Blog seit Februar nicht gemeldet haben. Einen Beitrag hatte ich zwar Mitte März begonnen, dann aber aufgrund der damaligen, sich überstürzenden Ereignisse verworfen.
Wie ihr euch alle denken könnt, viele wissen es, waren wir natürlich nicht in Schottland. Aber ich beginne vorher. (kleine Anmerkung: Das folgende ist meine Sicht der Dinge, Neele hat vieles persönlich und auch geografisch bedingt (2 verschiedene Bundesländer bzw. Wohnorte) anders erlebt.))

Der Beginn der persönlichen Coronaphase begann bei mir eigentlich schon recht frühzeitig.
Da ich nahe der Grenze wohne, sehe ich häufig dänische TV-Sender und dort war Covid-19 (wurde direkt dort so benannt) frühzeitig ein Thema. Erste Sportveranstaltungen und große Shows wie der nationale Vorentscheid des Eurovision Song Contest fanden bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, dann wurde der Lockdown in einer auf allen Sendern übertragenen Pressekonferenz (ab da waren übrigens sämtliche der x Pressekonferenzen immer von Gebärdendolmetschern begleitet) angekündigt.

4 Tage später wurde die dänisch-deutsche Grenze weitgehend geschlossen. Vor allem in Norddeutschland war das übrigens aufgrund des Jubiläums „100 Jahre Volksabstimmung zur Grenzziehung“ ein viel diskutiertes Thema. (Falls ihr daran interessiert seid, lasst es uns wissen!)

Der Beginn der persönlichen Coronaphase begann bei mir eigentlich schon recht frühzeitig.
Da ich nahe der Grenze wohne, sehe ich häufig dänische TV-Sender und dort war Covid-19 (wurde direkt dort so benannt) frühzeitig ein Thema. Erste Sportveranstaltungen und große Shows wie der nationale Vorentscheid des Eurovision Song Contest fanden bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, dann wurde der Lockdown in einer auf allen Sendern übertragenen Pressekonferenz angekündigt. 4 Tage später wurde die dänisch-deutsche Grenze weitgehend geschlossen. In Norddeutschland war das übrigens aufgrund des Jubiläums „100 Jahre Volksabstimmung zur Grenzziehung“ ein viel diskutiertes Thema.

Dann sprach mich eine mir durch Twitter bekannte behinderte Journalistin an, die seit einigen Monaten in Bologna lebt. Dort war bereits der Lockdown vollzogen und sie versuchte internationale Stimmen zu bekommen, wie Behinderte mit der Situation umgehen. Wir plauderten per Skype fast eine Stunde lang, dabei fiel mir auf, dass man in Deutschland da noch relativ distanziert und locker mit der Thematik umging, während es in Italien bereits dramatisch und tragisch war.

Als die Grenzen rundum (u.a. jetzt auch die deutsch-dänische) langsam der Reihe nach geschlossen wurden, traf mich die Situation nun auch persönlich.
Eines Abends fragte mich Neele, ob wir die Schottlandreise vor Ostern nicht besser absagen sollten, auch wenn man noch durchkam. Ich stimmte sofort zu, da ich den Gedanken bereits länger hatte, ihr aber nicht die Vorfreude brachial nehmen wollte. Also fiel letztlich unsere diesjährige Ostertour, wir berichten regelmäßig im AsbH-Kompass, flach. Dennoch sind wir aktuell wieder an der Planung von Reiseaktivitäten.

Danach wurden die ersten Restriktionen bekannt gegeben und in den ersten 2-3 Wochen hielt ich mich auch sehr strikt an die Regelung, dass man möglichst zuhause bleiben sollte. In der ersten Woche sagte ich sogar die gestattete Krankengymnastik von meiner Seite aus ab und organisierte über Whatsapp meine Einkäufe durch den Bekannten / Freundeskreis. Als ich das erste Mal bei der Krankengymnastik Covid-19 thematisierte, kam ich erstmals ins Grübeln, ob ich mit Spina Bifida und Hydrocephalus in die sogenannte „Risikogruppe“ gehörte. Auch international wurde das diskutiert und schließlich empfand ich es als individuell zu beurteilende Sache an.

Dies führte dazu, dass ich nun wieder selbst 1-2 x die Woche einkaufen ging, praktischerweise sind direkt gegenüber der Krankengymnastik 2 Lebensmittelgeschäfte.
Ansonsten lebte ich, wie wir wohl alle in den eigenen 4 Wänden und hatte lange eine produktiv-kreative Phase, kochte oft und experimentell, las sehr viel, schaute viel Info-TV (DR1 und TV“, dänische Sender) und skypte sehr häufig mit Neele.
Kurzzeitig war im Gespräch, dass sie (Sie wohnt zusammen mit ihren Eltern) zu mir kommt, aus diversen Gründen wurde es aber an dem Abend, an dem Schleswig-Holstein die innerdeutsche Grenze für Touristen schloss, verworfen.

Während ich durch die sozialen Medien mitbekam, wie anderenorts vielen so langsam die Decke auf den Kopf fiel, fühlte ich mich weiterhin wohl und hatte fast mehr als sonst zu tun. Neele hingegen ärgerte sich über bei ihr in hoher Zahl abgesagter Veranstaltungen.
Meine politische Arbeit ließ mir hingegen keine Zeit Trübsal zu blasen. Während zwar sämtliche Ausschüsse, in denen ich seit Herbst 2016 sitze, ausfielen, verlegte sich das kommunalparteipolitische Leben auf Videokonferenzen. Je nach Situation und Sachlage kam es so zu 1-5 mehrstündigen Konferenzen in der Woche, nebst Vor- und Nachbereitung. Von Langeweile konnte also keine Rede sein.

Mit der Zeit bemerkte ich aber an mir, dass dieses beengte „Jeder Tag ist fast deckungsgleich“ doch an mir nagte und ich einige Dinge hatte schleifen lassen, die nun auf mich zurückfielen und die ich in der Folgezeit wieder geraderücken musste. Dies gelang mir mit der Zeit auch, aber gut 2 Wochen war ich chronisch schlecht gelaunt.
Die täglichen Skypesessions mit Neele, aber auch Telefonate mit meinen Eltern und meiner in Berlin lebenden Schwester wurden immer stärker zu einem Gegenpol, der mich aus meinem Tief holten. Zudem stagnierten die Infektionszahlen in Flensburg über einen Monat und das Leben, dass hier gesellschaftlich die ganze Zeit entspannt verlief, Mentalität sei dank, behielt angenehme Formen.

Dann wurden die ersten Restriktionen in Deutschland gelockert. Während in vielen Bundesländern die Menschen aufatmeten, fragte man sich im hohen Norden eher, ob es nicht noch viel zu früh wäre. Ich behielt trotzdem meinen Tagesrythmus bei, einerseits Gewohnheit, andererseits weil er ganz angenehm war.

Auch wenn ich vielleicht die Möglichkeit hätte, die Maskenpflicht ärztlich für mich zu beenden, mache ich dies aus Solidarität nicht! Bei Busfahrten bis zu 20 Minuten oder während der Einkäufe stört sie mich nicht. Wie es allerdings bei Zugfahrten sein wird, weiß ich noch nicht. Diese stehen für mich endlich ab Ende Juni an. Die ersten Ausschüsse laufen nun auch wieder unter den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen, andere Sitzungen finden weiterhin online statt, da sie sich so als fast schon effizienter erweisen (keine privaten Gespräche nebenher, konzentrierteres Arbeiten).

Gesamtgesellschaftlich sehe ich die Sache sehr zwiespältig. Auf Twitter lese ich von vielen negativen Effekten in anderen Landesteilen bezüglich sozialer Inklusion. Auch die Tatsache, dass in Schleswig-Holstein erst nach 5 Monaten Pause inklusive Beschulung (im Homeschooling lief es oft schief) vorgesehen ist, ist sehr fragwürdig. Meine persönliche Erfahrung ist allerdings weitaus positiver. Das soziale Miteinander, dass hier oben ohnehin eng ist, hat sich trotz Distanz nochmal verbessert.

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Da das Bilder einfügen an der richtigen Stelle mit dem neuen WordPress Editor Glückssache ist (wir lernen das noch), kommen nun die geplanten Bilder en bloc.

P.S.: Danke an Thorsten, dem als ersten auffiel, dass Textteile doppelt waren 🙂

(Der Beitrag wird in etwas abgeänderter Form ebenfalls im ASBH-Kompass 3/2020 erscheinen)

4 Gedanken zu “Erzwungene Reiseabsage und Covid-19 Pause

  1. Danke für den Kommentar, Katerchen

    Komischerweise wird mir im fertigen Beitrag ein Bild auch da angezeigt, wo es im Editor beim Schreiben gar nicht vorhanden ist … Ich guck nochmal drüber, ansonsten stell ich uns wieder auf den alten Editor, der war zuverlässig!

    1. Vielen Dank fürs überarbeiten, jetzt konnte ich den Eintrag flüssig lesen.

      Auch ich habe eine leicht andere Sicht auf die Situation, schon bedingt durch meine Panikstörung, ich hätte nicht so lange zuhause bleiben können ohne durchzudrehen.
      Aber Wanderungen hab ich jetzt reichlich hinter mir, einmal Flensburg -> Grundhof -> Langballig und über Munkebrarup zurück……

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